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    PlayStation VR im Test

Seit wenigen Tagen ist das Virtual Reality (VR) Headset von Sony im Handel erhältlich, zumindest wenn sie nicht ausverkauft ist. Midnight-Gaming hat sich das VR-Headset für die PlayStation 4 angeschaut.

Für rund 400 Euro ist die PlayStation VR derzeit das günstigste VR-Headset auf den deutschen Markt. Doch aktuell ist sie überall ausverkauft oder wird für deutlich höheren Preisen gehandelt, wie zum Beispiel bei Amazon für rund 500 Euro. Was macht das PlayStation Zubehör so interessant für Spieler? Auf diese Frage möchten wir unteranderen in unserem Test eine Antwort geben.

Beginnen wir mit der Verpackung des Zubehörs. Sie ist klassischerweise rechteckig verpackt. Beim Auspacken bekommen wir zuerst die Anleitung vor Gesicht, anschließend die Massen an Kabel, damit die PlayStation VR überhaupt funktionieren kann.

Das Zubehör ist folgendes:

  • HDMI-Kabel
  • USB Kabel
  • Prozessoreinheit
  • Anschlusskabel für VR-Headset
  • Verlängerungskabel (von der Prozessoreinheit zur PlayStation VR)
  • Netzteil, damit die Prozessoreinheit mit Strom versorgt wird
  • Netzkabel
  • Putztuch zum Säubern der beiden Linsen
  • Sowie einen Stereo-Kopfhörer

Weitere Voraussetzungen

Überall wird explizit drauf hingewiesen, dass ohne eine PlayStation Kamera kein Spielen möglich ist. Spieler werden auch hingewiesen wenn eine PlayStation Kamera nicht angeschlossen ist.

PlayStation Move Controller werden nur optional benötigt, doch dazu später mehr.

PlayStation VR ausgepackt

PlayStation VR vollständig ausgepackt. Viel Inhalt für eine VR-Brille.


Die Prozessoreinheit

Die Prozessoreinheit wird zwingend für die PlayStation VR benötigt. Ohne die Prozessoreinheit bekommt die Brille keinen Storm und funktioniert somit nicht. Das kleine rechteckige Gerät wird primär für die Berechnung des 3D-Sounds, den Social Screen sowie den Kinomodus verwendet. Social Screen ist ein Spiegel-Modus, damit Spieler das Bild auf den Fernseher mitverfolgen können. Mit rund 365 Gramm ist die Prozessoreinheit relativ leicht. Auch die Abmessungen von ca. 143×36×143 mm halten sich in Grenzen und ist somit noch relativ kompakt.

Die Verkabelung

Der größte Nachteil von VR-Brillen ist die Verkabelung. Mit PlayStation VR kommt durch die Prozessoreinheit einige Kabel zusätzlich hinzu, damit das Headset überhaupt funktionieren kann. Dank der gut umgesetzten Schritt für Schritt Anleitung können Anfänger in der Regel keine Fehler machen. Durch die Nummerierungen der Kabel (1-4) werden die Kabel außerdem nicht verwechselt. In unseren Test hat die Verkabelung keine zehn Minuten gedauert, bis wir beginnen konnten.

Das Headset

Das Headset ist gegenüber den anderen VR-Headsets, die derzeit auf den Markt sind, nicht das leichteste. Insgesamt wiegt PlayStation VR rund 600 Gramm. Das ist allerdings kein Beinbruch, denn das Headset ist beim Tragen sehr gemütlich und die Hitzewellen sind nicht spürbar gegenüber der Konkurrenz wie beispielsweise das HTC Vive Headset. Nach drei Stunden haben wir immer noch nicht geschwitzt. Bei anderen VR-Headsets ist das bereits nach zehn Minuten der Fall. Somit ist PlayStation VR vom Tragekomfort die beste VR-Brille auf den Markt.

Das PlayStation VR Headset

Das PlayStation VR Headset



Was das Aufsetzten des Headsets angeht hatten wir ebenfalls keine Probleme. Dank der dynamischen Federung kann das Headsets problemlos auf- und abgesetzt werden. Vorne können die beiden Linsen nach vorne und hinten gefahren werden. Zur Stabilität lässt sich das Headset hinten durch ein Drehregler fester einstellen, damit die PlayStation VR nicht auf dem Kopf wackeln kann. Ein Spielen ist somit in wenigen Sekunden problemlos möglich. Uns gefällt die Umsetzung sehr gut und es sind uns keine negativen Punkte aufgefallen.

Das Headset beinhaltet zwei integrierte Sensoren: Den Beschleunigungssensor sowie ein Gyroskop. Jeweils ein HDMI- und USB-Anschluss benötigt die PlayStation VR zum Spielen. Das Sichtfeld ist etwas geringerer als beim HTC Vive, allerdings fällt es beim Spielen kaum auf. Mit rund 100 Grad ist die Umgebung beim Spielen immer noch ausreichend.

Wie sieht die Bildqualität aus?

Mit dem VR-Headset können wir eine Auflösung in Full HD Qualität sehen. Leider heißt das auch, dass die Qualität etwas schlechter gegenüber des HTC Vive ist. Pixel sind definitiv erkennbar, störte uns aber nach wenigen Minuten nicht mehr. Für das VR-Gaming ist es wichtiger, dass ein flüssiges Spielen problemlos möglich ist und keine Ruckler bei schnellen Bewegungen zu Stande kommt. In keinen unserer Spiele hatten wir dieses Gefühl, was uns sehr positiv überrascht hat. Für die erste Version des PlayStation Headset ist das ein sehr gutes Ergebnis.

Der Sound

Dank der Prozessoreinheit versorgt die PlayStation VR einen tollen 3D-Surround. Aber was bedeutet nun 3D-Surround und wie fühlt sich das Spielen damit an?

3D Audio steht für einen erstklassigen Surround Sound. Mit 3D-Sound kann der Spieler jedes Geräusch von oben, unten und um sich herum wahrnehmen. In unserem Test hatten wir sogar ein Gefühl für die Entfernung und die Geschwindigkeit, wie am Beispiel von Danger Balls von PlayStation VR Worlds als der Ball auf uns zukommt und sich von uns wieder entfernt. Das ist ein tolles Gefühl und klasse umgesetzt!

Kalibrierung wird empfohlen

In unseren Test haben wir festgestellt, dass die Kalibrierung notwendig ist. Es gibt zwei Arten das Headset zu kalibrieren: Den Augenabstand des Spielers sowie das Headset mit der PlayStation Kamera. Der Abstand des linken und rechten Auges ist für das Spielen sinnvoll zu kalibrieren, damit der Bildabstand an die Augen angepasst werden kann. Ein Vorteil in unserem Fall war die Tiefenschärfe beim Spielen sowie die Schärfe von Texten. Ohne die Kalibrierung konnten wir nur sehr schwer Texte lesen, da sie zu unscharf waren. Die Kalibrierung des Headset und der PlayStation Kamera war für das flüssige Spielen erforderlich. Durch diese Anpassung wurde das VR-Headset am Raum mit der PlayStation Kamera angepasst. 360 Grad Bewegungen waren im Raum somit problemlos möglich.

PlayStation VR kann im Sitzen oder Stehen gespielt werden. Es wird unbedingt empfohlen Gegenstände außer Reichweite vom Spieler zu legen. Ansonsten kann eine falsche Bewegung zu Unfällen kommen. Die Steuerung in Spielen erfolgt meist in Kombination mit dem PlayStation VR Headset und dem PlayStation Wireless Controller, der bereits bei der PlayStation 4 enthalten ist. Sehr wenige Spiele benötigen beide PlayStation Move Controller, die es für rund 80€ zu kaufen gibt. Somit empfehlen wir nicht sofort die PlayStation Move Controller zu kaufen, sondern Spiele anzuschauen womit man mit einen handelsüblichen PlayStation 4 Controller spielen kann. Einige Spiele bieten sogar die Auswahl zwischen PlayStation Move und PlayStation Wireless Controller an. Das finden wir sehr sinnvoll.

Die PlayStation VR-Spiele

Während des Tests haben wir einige Spiele anspielen können. Angefangen von den mitgelieferten Demos bis hin zu Vollpreistiteln wie Eve Valkyrie oder PlayStation VR Worlds.

Auf alle Spiele möchten wir im folgenden Abschnitt nicht im Detail eingehen und dient von uns lediglich als Leitfaden für einen Kauf der genannten Spiele.

Seit Verkaufsbeginn haben wir uns viele unterschiedliche Spiele angeschaut. Angefangen von Mini-Spielen bis hin zu sehr realistischen Simulationen.

Eve Valkyrie

Eve Valkyrie ist eine Weltraumsimulation die im Mehrspielermodus gespielt werden kann. Eine PlayStation Plus Mitgliedschaft ist hierfür erforderlich.

In den nächsten Tagen werden wir ausführlicher zum Spiel berichten.

PlayStation VR Worlds

Mit PlayStation VR World bekommt der Spieler einen groben Eindruck, was alles mit dem PlayStation VR Headset gespielt werden kann. Das Spiel beinhaltet fünf unterschiedliche Spiele: Ocean Descent, The London Heist, Scavengers Odyssey, VR Ludge sowie Danger Ball.

In Ocean Descent kann der Spieler sich zurücklehnen und ein actionreiches Spektakel in einer Unterwasserwelt mitverfolgen. Ein Controller ist hierfür nicht notwendig. Insgesamt ist Ocean Descent eine tolle Demonstration wie Kinofilme später umgesetzt werden könnten. Uns fehlt hier allerdings etwas Action, reicht aber um interessierte Personen einen Einstieg in der VR-Welt zu demonstrieren. Das Spiel richtet sich unserer Meinung an Kindern ab 6 Jahren.

Mit The London Heist schlüpfen wir als Gangster in der düsteren Londoner Unterwelt. Actionreiche Szenen können hier angespielt werden. Das ganze spielt sich in der Ego-Perspektive mit einer Waffe. Das Spiel eignet sich unserer Meinung nach nicht für Kinder oder Jungendliche unter 18 Jahren.

Danger Ball ist ein tolles aber simples Minispiel. Spieler müssen mit der eigenen Kopfbewegung den Ball zum Gegner zurückschießen. Für die ersten Minuten macht das Danger Ball spaß, allerdings vergeht uns der Spielspaß bereits nach der ersten halben Stunde.

In Scavengers Odyssey lenken wir ein Raumschiff, welches wir zum Erkunden benötigen. Um einen herum kommen verschiedene Aliens zum Vorschein die wir mit unseren Waffen erledigen müssen. Insgesamt ist Scavengers Odyssey ein netter Zeitvertreib und bietet viel Action.

Der Vollpreistitel PlayStation VR Worlds ist für rund 45 Euro noch zu teuer. Spiele wie The London Heist sind bereits unter einer Stunde durchgespielt und zeigen lediglich was mit PlayStation VR noch möglich ist. Damit Spieler allerdings einige Ideen bekommt ist der VR-Titel eine optionale Investition.

PlayStation VR

PlayStation VR
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The Assembly

PlayStation VR Room

In PlayStation Room gibt es einen Ausschnitt an kleinen aber sehr witzigen Minispielen. Alleine oder gemeinsam mit bis zu vier Spielern kann das Jump and Run Genre angespielt werden. PlayStation VR Room ist für PlayStation VR Spieler kostenlos. Einen Blick darauf zu werfen lohnt sich unserer Meinung nach auf jeden Fall.

PlayStation Demo Disc

Auf der Demo Disc können alle aktuellen Vollpreistitel kurz angespielt werden, damit der Spieler ein Gefühl für die Virtuelle Realität erhält. Für uns hat sich dieser Einstieg bewährt, weil man unterschiedliche Spiele in einer App problemlos anspielen kann. Die Missionen enden allerdings schon nach wenigen Minuten. Die PlayStation Demo Disc wird kostenlos mit der PlayStation VR mitgeliefert. Das kaufen von den Vollpreistiteln ist ebenfalls mit Hilfe des PlayStation Stores möglich.

The Assembly

The Assembly ist bereits im Vorfeld für Oculus Rift und HTC Vive erschienen. Das Spiel richtet sich für das erwachsenes Publikum, die aus der Ich-Perspektive erzählt wird und von Grund auf für PlayStation VR entwickelt wurde. Der Spieler übernimmt die Rollen von gleich zwei Hauptfiguren und entdeckt eine ethisch fragwürdige Organisation aus gegensätzlichen Blickwinkeln.

Grafisch wurde das Spiel mit der Unreal Engine entwickelt und umgesetzt. Die Engine ist bereits in die Jahre gekommen und kann nicht mit den führenden Grafik-Engines wie die CryEngine oder Frostbite 3 mithalten. Trotzdem hat uns während des Anspielens die Grafik noch von der Spielumgebung noch gut gefallen.

Etwas störend ist die Steuerung. Wir können uns im Spiel nicht frei bewegen. Pro Schritt müssen wir den linken Analog-Stick jedes Mal bewegen, damit sich der Charakter nach vorne oder hinten bewegt. Zum Glück kann das Problem umgangen werden, indem sich die Steuerung auf den „Klassischen Modus“ in den Einstellungen umstellen lässt. Dann sind die Bewegungen wieder flüssig und es macht wieder Spaß den Charakter zu bewegen.

Wir empfehlen The Assembly an Spielern, die gerne kniffeligen Aufgaben lösen und eine interaktive Geschichte erleben möchten.

The Assembly gibt es im PlayStation Store für rund 25 Euro. Für PlayStation Plus Mitglieder kostet das Spiel aktuell rund 19 Euro (Stand: 16.10.2016).

Stärken und Schwächen der PlayStation VR

Positiv
  • Sehr gutes Preis-/ Leistungsverhältnis
  • Tolle erstklassige Spiele bereits im Handel erhältlich
  • Dank der guten Umsetzung macht das Spielen sogar mit mehreren Spielern spaß
  • Angenehmer Tragekomfort und kein Hitzeüberschuss beim Tragen vorhanden
  • Flüssiges Spielen im Test bei allen Spielen problemlos möglich
  • Installation ist dank der einfachen Anleitung nicht kompliziert
  • Kabellänge ist optimal abgestimmt worden (nicht zu lang / nicht zu kurz)
  • Tolles optische Design
  • Lautstärke ist angenehm leise
Negativ
  • Nervige Kalibrierung
  • Gewicht höher als bei der Konkurrenz
  • Das Display ist teilweise noch zu sehr verpixelt
  • Die Auswahl der VR-Spiele ist für ein Vollpreistitel von der Spiellänge meistens noch zu kurz gehalten (wenige Stunden)
  • Die zu vielen Kabel stören und sorgen für ein Kabelsalat
  • Tracking nicht so gut als bei der Konkurrenz

Fazit von Andreas

Um es auf den Punkt zu bringen: Mich hat die PlayStation VR bereits in den ersten Stunden beeindruckt. Der Tragekomfort ist für mich immer absolut wichtig gewesen. Dank der PlayStation VR ist nun das eingetroffen was wir immer wichtig war: Der Hitzestau ist verschwunden. Endlich! Für mich ist das Spielen mit Sonys neuem VR-Headset eine tolle Alternative gegenüber der teuren Konkurrenz. Auch die Spielevielfalt wird sich in den nächsten Monaten deutlich erhöhen. Dann werden auch Skeptiker das passende Spiel finden. Meiner Meinung nach ist die PlayStation VR ist ein tolles Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie.

  • Unsere nächste Sendung

    16.05.2017 - 23:00 Uhr

    Die Themen:
    Mass Effect: Andromeda, Prey und vieles mehr!

    30.05.2017 - 23:00 Uhr

    Die Themen:
    Role Play Convention, Prey und vieles mehr!

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