• Ein Kommentar: Es war einmal ein Call of Duty… 28Aug

    Ein Kommentar: Es war einmal ein Call of Duty…

Für Spiele-Fans ist das mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr: Jedes Jahr im November erscheint ein neues Call of Duty. Doch dieses Jahr wird der Spielepublisher mit den Verkaufszahlen zu kämpfen haben.

Ein Kommentar von Andreas Meincke.

Call of Duty Trailer sorgt auf YouTube für Empörung

Im Mai konnte ich das schon spüren, als der erste offizielle Trailer zu Call of Duty: Infinite Warfare auf YouTube erschienen ist. Von den rund 32.500.000 Aufrufen hat das Video mit den schlechtesten Bewertungen aller Zeiten (Daumen unten) einen neuen Rekord aufgestellt. Knapp 3.2 Millionen Menschen gefällt das Video nicht.


Trailer zu Call of Duty: Infinite Warfare, mit den schlechtesten Bewertungen aller Zeiten.

Ist der wirkliche Grund das Video?

Wohl kaum. Ich glaube viel mehr, dass Spieler sich mit Call of Duty „satt“ gespielt und gesehen haben. Eine Serie braucht meiner Meinung nach eine längere Pause, damit das Entwicklerteam neue Ideen sammeln und ein Spiel gründlich überarbeiten kann. In meinen letzten Call of Duty Tests habe immer wieder angemerkt wie die Grafik nachgelassen hat und eintönig die Story ist, im Gegensatz zu anderen Action-Shootern. Als gutes Beispiel in Bezug zur Grafik kann hier die Battlefield Serie erwähnt werden.  Dank der eigenentwickelten FrostBite 3 Engine punktet diese im internationalen Markt. Die Engine wird mittlerweile sogar in anderen EA Spielen verwendet, darunter in Fifa 17, Need for Speed oder in Dragon Age: Inquisition.

Neue Grundidee benötigt

Ein großer Niederschlag von Call of Duty im deutschen Markt ist die futuristische Story und Umgebung. Viele Spieler wünschen sich einen Kriegsshooter aus der Vergangenheit. In Nordamerika ist das genau andersherum: Die Spieler erwarten neueste Technologien und Science-Fiction. Die Entwickler haben meiner Meinung nach das Thema unverhältnismäßig übertrieben. Jedes Jahr kommt ein „neues“ Call of Duty im Handel, welches den anderen Spieletiteln viel zu sehr ähnelt. Auch der Multiplayer wirkt des Öfteren nach einer billigen Kopie. Hier sollen die Konsumenten ein Vollpreistitel zahlen, der kaum Neuerungen im Spiel bietet? Das kann auch nicht der richtige Weg sein.

Das nun Call of Duty das Problem hat, ist vorhersehbar gewesen. Die Kuh ist irgendwann mal gemolken und ein Titel verliert an Wertigkeit. Diese Phase wird auch häufig als Degenerationsphase bezeichnet. Die Gewinnrate wird in diesem Jahr unter den erwarteten Zielen sein. Die Resonanz deutlich unter den Voraussetzungen. Zum Glück hat Activision mit Skylanders und Destiny zwei phantastische Marken im Portfolio, so dass diese zumindest einen finanziellen Schub den Konzern gibt.

Activision ist nicht alleine im Boot

Wenn man die Vergangenheit betrachtet, stehen auch andere Publisher in einen ähnlichen Zusammenhang in den Schlagzeilen. Zum Beispiel Electronic Arts mit Need for Speed oder Battlefield Hardline. Mit der aktuellsten Battlefield Reihe versuchte der Konzern ebenfalls jedes Jahr ein Spiel auf den Markt zu bringen, um höhere Gewinne zu erzielen. Das schlug allerdings wegen der geringen Nachfrage mit Battlefield Hardline fehl. Electronic Arts musste strategisch zurückrudern.

Als ich mich über Call of Duty: Infinite Warfare auf der gamescom im Business Bereich bei Activision erkundigen wollte, war ich entsetzt. Kein Entwickler war am Freitag mehr vor Ort und somit auch keine Entwickler-Päsentation zu sehen. Das einzige was ich sehen konnte, sind Ingame-Szenen und Verkaufstrailer. Auch im Entertainment Bereich für Spiele-Fans sah das Bild sehr ähnlich aus. Die Spieler konnten nicht einmal das Spiel anspielen. Lediglich gab es Spieleautomaten, die etwas mit den neuen Zombie-Modus zu tun haben. Hierfür anzustehen wäre mir die Zeit viel zu kostbar.

Zombie Zoom

Zombie Zoom war anspielbar, dafür Call of Duty Infinite Warfare nicht.

Neuer Schwung ist erforderlich

Schade Activision, dass ihr eine Serie vor der Wand gefahren habt. Die große Masse der Action-Shooter-Fans haben zu viel von Call of Duty in den letzten Jahren gesehen. Nun muss endlich ein Wandel her. Vielleicht sogar mit anderen Spieletiteln? Eine gute Alternative wäre in diesem Jahr Titanfall 2. Dieser kommt sowohl mit einen Multiplayer, als auch einen Singleplayer daher. Mir hat Titanfall 2 bisher sehr gut gefallen. Einen Einblick gewährt Electronic Arts ebenfalls: Zum einen war es auf der gamescom anspielbar, zum anderen konnten auch Interessenten am Alpha-Tech-Wochenende auf der PlayStation 4 und Xbox One kostenlos teilnehmen.

Beeilt euch!

Viel Zeit bleibt den Entwickler von Call of Duty: Infinite Warfare nicht mehr, bevor der Release im November vor der Tür steht. Vielleicht gibt es demnächst Call of Duty in Kombination mit Virtual Reality? Nachholbedarf in Bezug auf Marketing und Kundenbindung gibt es hier alle Male!

  • Unsere nächste Sendung

    16.05.2017 - 23:00 Uhr

    Die Themen:
    Mass Effect: Andromeda, Prey und vieles mehr!

    30.05.2017 - 23:00 Uhr

    Die Themen:
    Role Play Convention, Prey und vieles mehr!

  • Live dabei sein!