• Victor Vran im Test 10Jul

    Victor Vran im Test

Wieder einmal erhebt sich der Mob mit Mistgabeln und Fackeln, um die Ausgeburten der Hölle in selbige zurückzuschicken. Moment! Das wäre sicherlich auch eine nette Idee, aber im, nach dem Protagonisten benannten Spiel, Victor Vran stehen wir erst einmal alleine den Vampiren und Dämonen gegenüber. Natürlich ist Victor Vran kein dahergelaufener Bauer, sondern ein klassischer im Lederoutfit gehüllter Indianer Jones.

Dabei beginnt alles so einfach, aber auch mit einer für dieses Genre A-typischen Story. Denn in unserer Kutsche sind wir zunächst nicht auf den Weg in den Kampf, sondern viel mehr zum Kaffeeklatsch mit unserem alten Freund Adrian. Kaum überraschend kommt dann die Steinlawine, die uns vom Weg abkommen lässt. Nach einer Kampfeinlage gegen dämonische Spinnen schaffen wir es endlich in das Schloss. Natürlich ist, wie sollte es auch anderes sein, unser Freund verschwunden und die Königin hat offensichtlich den Verstand verloren.

Eine nette Überraschung ist die geheimnisvolle Stimme, die dank hölzerner Dialog aber auch schnell wieder an Bedeutung verliert. Schade, denn die geheimnisvolle Stimme wird unter anderem von dem Synchronsprecher gesprochen, der auch Nicolas Cage synchronisiert.

Doch nicht zuletzt durch Crysis erzogen wissen wir, dass ein guter AAA-Titel nicht unbedingt eine gute Story braucht. Oftmals reicht bereits das Gameplay. Da hat Entwickler Haemimont Games sich auch viel Mühe gegeben. Die Anzahl von drei Attacken, die uns je nach Waffe zur Verfügung stehen, klingt zunächst nach wenig. Doch da schnell zwischen zwei Waffen gewechselt werden kann und diese Kombination aus zwei von sieben Waffentypen zusammengesetzt wird, besteht trotz verzicht auf ein Klassensystem genügend Raum für Individualisierung. Eine Besonderheit ist noch der Overdrive, der nach genügend Prügelei uns erlaubt die Dämonenzauber zu benutzen.

Zwischen jedem Gebiet können wir bei der verrückten Königin einen Zwischenstopp einlegen, um unsere Vorräte aufzustocken und Gegenstände zu optimieren. Persönlich finde ich es schade, dass dieser Zwischenstopp kaum größer als ein kleines Apartment ist. Andere werden diese Einfachheit, verbunden mit kurzen Wegen, sicherlich schätzen. Übrigens lassen sich alle Missionen nach Freischaltung beliebig oft, auch zusammen mit einem Mitspieler, wiederholen.

Vicor Vran ist weder so spannend wie ein Van Helsing, noch so tiefgründig und komplex wie ein Diablo 3. Doch ist dieser Umstand nicht unbedingt ein Nachteil, denn wer auf tiefgründige Story verzichten kann und leichte Kost im Diablo Style gesucht hat, der wird mit Victor Vran jede Menge Spaß haben

Gesamtwertung: 76%