• The Crew im Langzeittest 31Jan

    The Crew im Langzeittest

Seit dem 02. Dezember ist das Open-World-MMO-Rennspiel „The Crew“ im Handel erhältlich. Wir haben uns nicht gescheut das neueste Rennspiel seiner Art intensiv zu spielen.

Viele Rennspielen Interessenten fragen sich bei The Crew: „Was ist mit einem Open-World-MMO-Rennspiel gemeint?“. Wir möchten gerne diese Frage beantworten:

In The Crew habt ihr die Möglichkeit die gesamten Vereinigten Staaten mit eurem Wagen zu bereisen. Egal ob New York, Miami, Los Angeles oder Las Vegas. Hier kann der Spieler viele der bekanntesten Städte der USA einen Besuch abstatten! In unseren Test dauerte die Fahrt von Ost nach West über eine Stunde! Die Welt in The Crew ist darum die größte virtuelle Welt seiner Art. Wir haben zugleich im Spiel die Möglichkeit gemeinsam, mit bis zu drei weiteren Fahrern eine Crew zu bilden, um verschiedene Missionen erfolgreich zu absolvieren. Somit hat der Spielepublisher Ubisoft und Entwickler Ivory Tower einen guten Mix aus Racing und MMO gemischt und somit ein „neuartiges“ Spielegenre erschaffen – Es fühlt sich definitiv nicht neu an, aber sehr erfrischend.

Doch enthält The Crew alle Genreelemente was es verspricht? Genau auf diese Antwort möchten wir in unserem Spieletest eingehen.


YouTube Direkt

Was ist die Story von The Crew?

Viele Rennspiele wie Need for Speed oder Midnight-Club besitzen primär eine Einzelspielerkampagne. Auch The Crew besitzt eine Story.

Wir spielen den Protagonisten Alex Taylor, wessen Bruder Dayton Gründer eines Autoclubs ist: Die 5-10 (gesprochen: five-ten). Im Beisein von uns wird Dayton erschossen und wir geraten in die Zielscheibe der Behörden. Uns wird der Mord angehängt und müssen für fünf Jahre ins Gefängnis bis die junge FBI-Agentin Zoe uns einen Deal anbietet. Wir müssen in der Hierarchie des 5-10 Autoclubs aufsteigen, um letztendlich Shiv, den Mörder von Dayton, sowie den korrupten FBI-Agenten Coburn hinter Gittern zu bringen.

Die Story hätte unserer Meinung nach im Spiel besser umgesetzt werden können. Hier fehlt uns häufig der sogenannte „Rote Faden“ und die Kampagne zieht sich wie altes Kaugummi  in die Länge. Der Schwierigkeitsgrad der Einzelspielermissionen ist leider nicht möglich zu konfigurieren. Jeder der also etwas mehr härte in der Mission braucht, oder die Missionen zu ansprechend findet, muss sich leider an die Vorgaben halten. Und das fällt selbst uns erfahrenen Rennspiel-Profis nicht leicht.

In einigen Missionen fahren wir „nur“ doof rum und fragen uns, weshalb die Mission so einfach war. Dir direkt darauf folgende Mission ist so verdammt schwer, das wir mehr als viel zu viele Versuche gebraucht haben, um eine Mission zu meistern. Es ist somit vergleichbar als wenn wir ständig die Faust ins Gesicht bekommen. Wäre dies wirklich nötig gewesen? Hier hätte das Qualitätsmanagement definitiv entgegenwirken können. Im Verlauf unseres Tests haben wir jedoch die ideale Lösung gefunden: Der Koop-Modus. Hierfür gibt es für den Spieler nur eine Voraussetzung, nämlich das Erstellen einer Crew.

Das klappte in unserem Test außerordentlich gut. Der Anfang Januar erschienene erste, große Patch hat neben einigen Spielfehlern auch etwas am Missions-Balancing gedreht, so das uns vorerst schwerere Missionen durchaus nach dem Patch besser meistern konnten. Dennoch verblieben noch kleine Ruckler im Spiel, die zwar nervig sind, jedoch nicht zwingend problematisch sind.

Unsere Solo-Spielzeit hat ungefähr zehn Stunden in der Kampagne gedauert. Sie hätte durch die nervigen Try-and-Error Missionen deutlich geringer ausfallen können, jedoch ziehen die vielen kleinen Nebenmissionen wie Datenstationen finden, Tests, oder das Finden von Autowrackteilenden die Story automatisch in die Länge. Diese Nebenmissionen ähneln sehr stark den anderen Blockbuster Titeln von Ubisoft wie zum Beispiel in FarCry, Assassins Creed sowie in WatchDogs.

Wie spielt sich The Crew?

Der Einstieg wird dank Zoe leicht verständlich erklärt und wir finden uns im Spiel sehr schnell zurecht. Die Steuerung hat uns auf der PlayStation 4 sehr gut gefallen und ist auf anhieb selbsterklärend. Der Spieler hat die Möglichkeit Erfahrungspunkte zu sammeln und wird in bestimmten Level-Stufen eingeteilt. Spieler, welche die Kampagne durchspielen, erhalten relativ zügig die maximale Stufe 50. Die Nebenmissionen werden in verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Slalomfahrten
  • Beutejagd
  • Sprungtests
  • Fluchttest
  • Klettertour

Diese verschiedenen Tests werden je nach Leistung in verschiedene Awards eingestuft, nämlich Bronze, Silber und Gold. Ab Level 50 ist es zusätzlich noch möglich Platin freizuschalten. Pro Award werden unterschiedliche Arten von Autoteilen freigeschaltet. Diese werden ebenfalls in bestimmtes Ranking eingeteilt. Uns haben die abwechslungsreichen Nebenmissionen gut gefallen. Die Mischung aus einfachen und schwierigen Missionen machen die kleinen Tests interessant. Leider hat uns im gesamten Spielverlauf der Verkehr extrem gestört. Ein Unfall ist somit leider unvermeidbar und die Wut beim Spieler ist vorprogrammiert. In jeder der fünf Regionen können zusätzlich noch jeweils ein Hot Rod freigeschaltet werden. Hierfür müssen pro Region 20 Autoteile gefunden werden. Wer alle Autoteile besitzt, der erhält das gewünschte Hot Rod.

In jeder Region werden bestimmte Arten von Autos freigeschaltet: Straßen-, Performance-, Gelände-, Rally- sowie Rennfahrzeuge. Hier findet jeder Spieler definitiv das Auto nach seinem Geschmack. Das Tunen der Autos hätte von den Entwicklern besser umgesetzt werden können. Die Nebenmissionen müssen für jedes Auto separat freigeschaltet werden, um das gewünsche Auto-Level zu erreichen. Spieler, die ausreichend Geld auf das virtuelle Konto haben, können sich für den gleichen Typen des Autos die anderen Fahrzeugteile kostenpflichtig freischalten. Das ist in unserem Test sehr negativ aufgefallen und kostet dem Rennfahrer sehr viel Zeit. Ebenfalls störte uns die sehr zähe Steuerung der einzelnen Fahrzeuge. Die Steuerung wäre vergleichbar mit einem großen Truck den wir lenken würden. Im späteren Verlauf des Spiels wird die Problematik durch das Aufsteigen des Auto-Levels behoben. Zum Glück, denn es macht am Anfang absolut keinen Spaß überhaupt ein Fahrzeug zu fahren!

The Crew

Bild 1 von 30

 

Grafik & Sound

Grafisch ist The Crew mit anderen Rennspielen nicht zu vergleichen. Die sensationelle große Spielwelt mit den detailreichen Städten und Sehenswürdigkeiten machen Lust auf viele Stunden Spielspaß. Durch die riesige Anzahl unterschiedlicher Landschaften und Gelände gibt es in der offenen Welt sehr viele Möglichkeiten. Egal, ob in der Wüste, im Gebirge, im Schnee oder an der Küste, die große Vielfalt ist in The Crew bemerkenswert umgesetzt worden. Auch die Fahrzeuge sehen sehr naturgetreu aus und kommen durch die tollen Lichteffekte sehr gut zur Geltung. Besonders beim Fahrzeugtuner macht es Spaß unter der Motorhaube zu schauen. Leider fehlt uns das dynamische Wetter wie Regen oder Gewitter. Dieses Feature darf normalerweise in einem guten Rennspiel nicht fehlen.

Im Gegensatz zur Grafik ist der Sound leider nur nebensächlich geworden. Besonders am Anfang ist das Radio mit der kleinen Vielfalt der Tracks negativ aufgefallen. In unserem Falle haben wir nach einiger Zeit einen Ohrwurm bekommen. Schön ist das leider nicht und wir hoffen durch die regelmäßigen Updates vom Spiels auch eine Aktualisierung der Songliste. Auch die Dialoge im Spiel sind nicht optimal umgesetzt worden. In der Kampange wirken die Dialoge sehr monoton und nicht besonders realistisch. Hier hätten wir uns etwas mehr Gefühl gewünscht als die monotonen Dialoge, welche durch die Fahrerei im Spiel oft nebensächlich wird. Die Fahrzeuggeräusche hören sich im Gegensatz zur Sprache realistisch an und machen im gesamten Spielverlauf einen soliden Eindruck. Der Ton hörte sich in unserem Test am besten in Stereo an. Der 5.1 Surround hat sich auf der PlayStation 4 leider nicht gut angehört.

Multiplayer & Season Pass

The Crew ist im Grunde ein Multiplayer-Spiel, denn es wird kontinuierlich eine Verbindung zu den Uplay-Servern benötigt. Für alle Konsoleninhaber wird somit eine Xbox Live Gold- oder PlayStation Plus-Mitgliedschaft benötigt, ansonsten ist ein Spielen nicht möglich. Die Umsetzung der Multiplayer-Elemente sind in den meisten Fällen gut umgesetzt worden. In der Übersicht können wir unsere Crew-Mitglieder finden und mittels der Funktion „Blitzreise“ zu unseren Spielgefährten schnell gelangen um beispielsweise Community-Missionen zu absolvieren. The Crew wirbt speziell für die Multiplayer-Inhalte wie den Coop-Modus, die PvP-Events oder Fraktionskriege führen. Der Einstieg wird schnell über die Kampagne erläutert und es werden nach und nach weitere Multiplayer-Inhalte freigeschaltet. Über die Einladungen von Mitspielern (Online oder Crew-Mitglieder) können dann verschiedene Missionen gespielt werden. Am Ende einer Mission gibt es Erfahrungspunkte sowie Ingame-Währung (Crew-Dollar) zu gewinnen. Aber Achtung: Suchtgefahr! Jedes mal wenn wir eine Multiplayer-Mission vollendet haben, wollten wir die nächste Mission mit unseren Crew-Mitgliedern starten. Als Summe kommen mehrere Stunden Spielspaß heraus und der Zeitvertreib ist hier vorprogrammiert, zumal pro Mission mindestens 60 Minuten einkalkuliert werden müssen. Übrigens spielt sich die Story im Mehrspieler wesentlich einfacher und macht auch deutlich mehr Spaß. Hier werden die Stärken der Spieler gemeinsam für die Mission verwendet. Im gesamten Spielverlauf mussten wir sehr selten Missionen wiederholen, außer wenn auch hier das „Try-and-Error“ wieder zum Vorschein kam. Alles in Allem bleibt dem Spieler nicht aus sich mit anderen Fahrern gemeinsam eine Crew zu bilden um gemeinsam Spaß zu haben. Hierfür sind die Foren oder Facebook-Gruppen ein Blick auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Dank der tollen Community wird auch bei Fragen oder Problemen von Profis schnell geholfen. Wir haben selbst unsere Erfahrung hier positiv machen können.

Was sind Fraktionskriege?

Die 5-10s sind in 5 Fraktionen zersplittert (eine pro Region) und obwohl sie sich alle derselben Sache verschrieben haben, heißt das noch lange nicht, dass sie sich mögen. Ein Bandenkrieg ist im Gange und im Laufe der Geschichte erhältst du die Möglichkeit, dich einer der Fraktionen anzuschließen. Wenn du bestimmte Missionen erfüllst, steigerst du das Ansehen deiner Fraktion und erhältst je nach deinem Beitrag Fraktionsgewinne. Am Ende eines Monats erhält die Fraktion mit dem höchsten Ansehen in jeder Region Zugang zu Bonusmissionen mit besonderen Belohnungen. Es wird Zeit, deine Seite zu wählen und in den Krieg zu ziehen. (Quelle: thecrew-game.ubi.com)

Der Seasons Pass richtet sich für Hardcore Spieler von The Crew und ist für Casual Gamer eher ungeeignet. Für Besitzer des Season Passes werden regelmäßigen Abständen größere Inhalte freigeschaltet wie zum Beispiel neue Autos, Lackierungen, Aufkleber und vieles mehr. Für rund 25 Euro ist der Season Pass unserer Meinung nach ein fairer Preis und bietet für Fans von Rennspielen viele tolle Gadgets.
Hier ein Vergleich: Das Battlefield 4 Premium Pack hat am Anfang ca. 49 Euro gekostet und bietet ähnliche Inhalte wie der The Crew Season Pass.


Unser The Crew Fazit

The Crew ist größtenteils ein tolles Rennspiel geworden. In unserem Test störten uns immer wieder die nervigen „Try-and-Error“ Missionen, welche von uns häufiger wiederholt werden mussten. Das hätten die Entwickler wie bereits oben beschrieben besser umsetzen können. Die grafische Umsetzung hat uns hingegen sehr positiv überrascht und es macht absolut Spaß in der virtuellen Welt der Vereinigten Staaten herumzufahren. Dank des letzten Patch im Januar sind die Missionen im Coop-Modus deutlich angenehmer zu absolvieren als es vorher der Fall war. Seitdem gibt es deutlich weniger Ruckler und die aktiven Spielsitzungen laufen stabiler. Leider sind in unserem Test die Autos bereits bei den kleinsten Unebenheiten auf der Strecke in die Luft geflogen. Hier müssen die Entwickler definitiv noch an der Physik Engine herumfeilen. The Crew können wir allen Rennliebhaber mit ruhigen Gewissen empfehlen und bietet für die Zukunft noch sehr viele Möglichkeiten.

Pro
  • Sehr große Welt
  • Tolle Atmosphäre
  • Viele Möglichkeiten wie Nebenmissionen oder das Finden von Objekten
  • Sehr naturgetreue Fahrzeuge
  • Viele Missionen sind verfügbar
  • Story Kampagne etwas besser umgesetzt als andere Rennspiele
Contra
  • Schwierigkeitsgrad ist nicht einstellbar
  • Lenkung ist am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig
  • Schlechtes Tuning-Konzept
  • Missionen stürzen gelegentlich ab
  • Missionen können oft nur durch „Try-and-Error“ erfolgreich absolviert werden
  • Kein Dynamisches Wetter vorhanden
  • Zu wenig Songs im Auto Radio zur Auswahl

Gesamtbewertung

85% – Gut, Tendenz nach oben

The Crew ist bereits im Handel für Xbox One, PlayStation 4 sowie den PC erhältlich. Die USK hat das Spiel ab 12 Jahren freigegeben.

Weitere Informationen zu The Crew gibt es auf der offiziellen Homepage.