• Call of Duty: Advanced Warfare im Test 07Dez

    Call of Duty: Advanced Warfare im Test

Auch wenn bereits seit dem 4. November Call of Duty: Advanced Warfare im Handel erhältlich ist, möchten wir noch einmal unser Review zum bereits elften Teil der Serie abgeben.

Es wird in Call of Duty wieder einmal futuristisch, denn mit Advanced Warfare geht es ins Jahr 2054, indem die größte Militärmacht kein Land, sondern ein Unternehmen ist. Hierbei handelt es sich um die Firma Atlas, dem größten und privaten Militärunternehmen der Welt. Der Führer und Gründer von Atlas ist Jonathan Irons (Kevin Spacey) für den wir im Verlauf der Geschichte zusammenarbeiten. Unser Auftrag ist es Hades zu töten, doch was passiert anschließend? Das möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Eins ist aber sicher: Die Story ist sehr gut inszeniert und umgesetzt worden!


Gameplay

Die Steuerung in Call of Duty: Advanced Warfare hat sich im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht geändert. Leider ist uns an einigen Stellen dennoch die Steuerung schwer gefallen, wie beispielsweise beim Fliegen oder beim Angriff mit dem Messer im Nahkampf. Im Singleplayer müssen wir eine große Vielfalt unterschiedlichen Aufgaben bewältigen: Von den typischen Schleich-Missionen, bis hin zu aktion-lastigen Flugaufgaben ist alles im Spiel enthalten. Das Ziel in der Kampagne ist schnell ersichtlich: Wir spielen den Protagonisten Mitchell und müssen den Terror-Anführer Hades eliminieren, also spielen wir wieder quasi den guten Hercules, um den Herrscher über die Unterwelt zu besiegen. Im Verlauf der Missionen stellen wir immer wieder fest, wie wenig Unterstützung wir durch unser KI-Gesteuertes Team erhalten.

So kommt sehr schnell das Gefühl auf, dsas wir die meisten Aufgaben im Alleingang erfüllen müssen und unser Team uns eigentlich nur hinterher läuft.

Auch die künstliche Intelligenz der gegnerischen Soldaten müssen wir an dieser Stelle stark bemängeln. Sie nehmen des Öfteren falsche Wege in Anspruch, so dass sie uns oder wir sie nicht eliminieren können. Hier hat die KI eindeutig versagt. Schade!

Die Aktion allerdings passt! Noch nie sind wir in unserem Test bei einem Call of Duty so aktiv mitgegangen wie in diesem. Das liegt auch besonders an den gut inszenierten Sequenzen zwischen den Ladezeiten der einzelnen Missionen sowie im Ingame. Die meisten Sequenzen besitzen eine gute Mischung aus Action und Gefühl.

Call of Duty: Advanced Warfare

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Grafik & Sound

Grafisch hat sich Call of Duty: Advanced Warfare zu seinen Vorgängern etwas verbessert. Viele Konturen sowie Texturen kommen deutlich besser zur Geltung als noch vor einem Jahr in Call of  Duty: Ghosts. Besonders fällt diese Verbesserung an den Charakteren auf. Lediglich die Texturen von vielen elementaren Objekten im Spiel hätten detailreicher sein können. Hier wirken diese oft matschig und mindern den Spielgenuss. Hoffentlich wird im nächsten Call of Duty eine neue Grafikengine benutzt, denn diese kommt so langsam an ihre Grenzen.

Der Sound ist in keinem anderen Action-Spiel so intensiv und klangvoll wie in Call of Duty. Hier hat das Team von Sledgehammer Games exzellente arbeitet geleistet. Die Tiefen sowie Höhen kommen sehr gut zur Geltung und mit einem 5.1 Surround System merkt man die Ton-Vielfalt besonders gut. Die Schüsse, Stimmen sowie die Hintergrundkulisse passen immer zum aktuellen Geschehen. Ebenfalls gefallen uns die bekannten Synchronstimmen, welche in Advanced Warfare zum Einsatz kommen. Die Mischung ist nahezu perfekt und kommt einen Actionfilm sehr nahe, jedoch sind wir hierbei am Geschehen direkt beteiligt.

Multiplayer

Mittlerweile braucht jedes gute Action-Spiel einen ordentlichen Multiplayer-Modus. Deshalb kommt auch mit Advanced-Warfare einen „überarbeitenden“ Multiplayer mit. Bereits im August konnten wir auf der gamescom 2014 den Mehrspielermodus auf der Xbox One intensiv anspielen. Neuerungen wie die futuristischen Waffen, Granaten oder der Doppelsprung sind hinzugekommen. Der Multiplayer-Modus enthält wieder die viele Spielmodi, darunter die Altbekannten „Capture The Flag“ oder „Team-Deathmatch“.

Call of Duty Advanced Warfare Multiplayer

Die Serversuche ist auch wieder in Advanced Warfare sehr einfach: Einfach Spielmodi auswählen, warten und schon geht es nach einiger Zeit automatisch los, zumindest im Team-Deathmatch…

Und hier kommen wir auch zum eigentlichen Problem des Multiplayers: Die Wartezeit. In vielen Modi haben wir nach ungefähr 15 Minuten mit dem Warten aufgegeben. Hier wurden wir auf die Meldung „Keine Spieler gefunden“ hingewiesen. Lediglich in Team-Deathmatch und Hard Point konnten wir einige Mitstreiter finden. Uns überraschte die sehr kurze Wartezeit bis es los gehen konnte, denn im Singleplayer mussten wir deutlich länger warten.

Das Feeling im Spiel erinnerte uns stark an Unreal Tournament, denn das schnelle Gehüpfe und Schießen kommt diesem Spiel sehr nahe. Auch das zufällige „Spawnen“ im Multiplayer ist uns sehr aufgefallen. Ständig sind wir binnen weniger Sekunden gestorben ohne den Gegner überhaupt gesehen zu haben. Hier hat der Anfänger absolut keine Chance irgendwelche Punkte zu machen. Das hat uns sowie die anderen Anfäger in dieser Sitzung überhaupt nicht gefallen. Wir konnten beobachten wie sie die Sitzung nach wenigen Minuten wieder verlassen haben. Der Grund hierfür das schlechte Balancing der Waffen- und Ausrüstungsgegenstände zu Beginn der Multiplayer-Partie. Die besseren Waffen müssen von Level zu Level freigeschaltet werden. Für dieses Problem müssen sich die Entwickler definitiv noch etwas einfallen lassen, denn ansonsten bleiben die Server leer.

Call of Duty Advanced Warfare Multiplayer

Die Multiplayer-Karten sind sehr schön geworden und lassen sich im großen und ganzen gut spielen. Einzig und allein die vielen Möglichkeiten wo der Gegner herkommt lässt Action-Shooter Fans öfters im Regen stehen. In unserem Testen wussten wir oft nicht einmal wo wir zuerst hinschauen sollten: Links, Rechts, Hinten, Vorne oder doch nach oben? Die gesamte Action passierte im Verlauf der Runden so schnell, dass uns diese nicht einmal bewusst geworden ist.

Mit dem neuen Season Pass kommen weitere neue Karten und Gegenstände im Multiplayer hinzu. Insegesamt besteht der Season Pass aus vier DLC´s, welche innerhalb der nächsten Monate für den Käufer zur Verfügung steht. Der Season Pass wurde bereits in Call of Duty Black Ops II eingeführt und wird somit auch in Advanced Warfare fortgesetzt. Bevor wir den Kauf des Season Pass empfehlen können, müssen die Entwickler noch einige Feinschliffe am Multiplayer vornehmen, damit das Spiel fairer und interessanter wird. Momentan laufen zu viele Spieler mit einer Lasergun auf den Karten herum, wo nur das leichte Berühren für den Anfänger den Tod kostet. Wir haben diese Erfahrung in unserem Test selbst machen können.

Call of Duty Advanced Warfare - DerSeason Pass

Leider sind uns des Öfteren die Stabilitätsprobleme auf den Servern aufgetreten und wurden in einigen Sitzungen mit Serverrucklern konfrontiert. Diese Instabilität der Server hat das Spielen unmöglich gemacht. Lediglich das Abbrechen der aktuellen Sitzung und das neue Suchen nach Spielern in der Lobby hat in unserem Test zum Erfolg geführt. Uns ist darauf die Lust am Spielen schnell vorbeigegangen.


Fazit

Der Singleplayer von Call of Duty: Advanced Warfare ist definitiv wieder sehr gut in Szene gesetzt worden. Die Singleplayer-Kampange dauerte in unserem Test knapp acht Stunden und hat uns bis zum Ende in den Bann gerissen. Leider war die KI in diesem Call of Duty Teil nicht annähernd so gut gegenüber seinen Vorgängern. Das Team hat uns leider sehr häufig „im Regen“ stehen gelassen. Das hätte unserer Meinung nach definitiv vermieden werden können und hat uns im gesamten Spielverlauf gestört. Die Steuerung ist im Allgemeinen gleich geblieben, außer eine Flugmission war für uns etwas gewöhnungsbedürftig. Die Ladezeiten zwischen den einzelnen Missionen sind definitiv zu lang geraten. Hier muss der Spieler im Durchschnitt über fünf Minuten warten, bis die Mission angetreten konnte. Diese Wartezeit hat uns insgesamt viel zu lange gedauert.

In unserem Test konnte der Multiplayer-Modus leider nicht überzeugen. In vielen Fällen haben die Server zu starken Grafikruckeln geführt, welches den gesamten Spielverlauf stark beeinflusst hat. Die Karten wirken zu verkantet und die hohe Sterberate ist durch das zufällige spawnen im Spiel vorprogrammiert. Auch die langen Wartezeiten in der Lobby sind uns negativ in Erinnerung geblieben.

Wir empfehlen Call of Duty: Advanced Warfare für alle Spieler, die noch nach eine gute Singleplayer-Kampange suchen und keine hohen Erwartungen auf den Multiplayer-Modus legen.

Gesamtbewertung

Wir bewerten Call of Duty: Advanced Warfare mit: 75% –  in Ordnung

Positiv:

  • Fesselnde Singleplayer-Kampange
  • Sehr schöne Atmosphäre im Spiel
  • Tolle Synchronstimmen
  • Interessante Umsetzungen der Ausrüstungen
  • Viel Abwechslung
  • Schnelle Ladezeiten im Multiplayer-Modus

Negativ:

  • Zu lange Ladezeiten in der Singleplayer-Kampange
  • Multiplayer-Modus ist in vielen Teilen absolut nicht spielbar (Serverrucklern, kaum Spieler online, schlechtes Balancing)
  • Einige Texturen wirken matschig
  • Nur eine leicht verbesserte Grafik
  • Enthält zu wenig Neuerungen gegenüber den Vorgängern der Serie.
  • KI ist häurig nicht besonders intelligent

Call of Duty: Advanced Warfare ist bereits für PC, PlayStation 3, PlayStation 4 sowie Xbox 360 und Xbox One erschienen.