• Far Cry 4 im Test 04Dez

    Far Cry 4 im Test

Der dritte Teil der Serie hat einen wirklich gefesselt und war vom Gameplay oder der Spielwelt überzeugend. Far Cry 4 wird es also nicht einfach gemacht, besser als sein Vorgänger zu sein. Doch was taugt der Nachfolger des Klassikers wirklich?

Zur Story

Wir schlüpfen in die Rolle von Ajay Ghale, der sich auf den Weg nach Kyrat gemacht hat, um dort die Asche seiner Mutter in den Ort Lakshmana zu bringen. Hierher stammt seine Mutter, die zuletzt in Amerika lebte und dort ihren Sohn aufgezogen hatte.

In Kyrat angekommen geraten wir zwischen die Fronten in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land. Unser Handeln wird Einfluss auf die Zukunft dieser Region haben, um welche sich die Royal Army im Süden, welche sich dem König Pagan Min angeschlossen haben und für Unruhen im Land sorgen, sowie die Königliche Garde im Norden des Landes und zuletzt die Anhänger des „goldenen Pfades“, eine Rebellengruppe, bekriegen. Außerdem lernen wir einiges über unsere Familie und Herkunft kennen und versuchen Ordnung in das Land zu bringen.

Welchen Weg nun? Die Charaktere…

Bereits im dritten Teil sind wir einem Haufen an interessanten, individuellen und schrägen Personen begegnet, mit denen wir uns entweder auf Anhieb sehr gut identifizieren konnten oder die erste Begegnung ausreichte, den Charakter abzustempeln. Und wieder einmal zeigt Ubisoft, dass eine breite Auswahl an Charakteren eine wichtige Rolle für ein gelungenes Spiel darstellt.

Abermals begegnen wir vielen, einzigartigen Personen, die die Story abrunden. Man merkt förmlich, dass sich die Entwickler gut mit den Persönlichkeiten auseinander gesetzt und ihnen ein „Ich“ gegeben haben. Dies lässt den Spieler eine Verbindung mit ihnen eingehen und zur Handlung eine persönliche Einstellung bilden.

Interessant und meist nicht gerade einfach wird es, wenn wir uns für die Pläne einer bestimmten Person entscheiden müssen und wohl möglich Opfer hinsichtlich anderer Beziehung eingehen müssen. Immer wieder sind wir so von den Positionen der zwei Anführern des goldenen Pfades hin- und hergerissen. Auf der einen Seite steht Amita, welche eine überzeugte Freiheitskämpferin ist und für Neuerungen offen steht. Auf der anderen Seite Sabal, welcher hingegen zu Amita die Tradition weiterführen will. Gerade weil diese zwei Protagonisten ständig verschiedene Ansichten haben, gelang der Rebellion in der Vergangenheit noch nicht den Durchbruch.

Hoch im Himalaya – Die Spielwelt

Die Gegend Kyrat ist an den realen Landschaftsbildern von Nepal, Katmandu und dem Himalaja angelehnt. Dementsprechend hat sich auch die Tier- und Pflanzenwelt verändert. Statt Palmen und Strand finden wir jetzt Wälder, Flüsse, Gebirge oder Schneelandschaften vor. In der Tierwelt dominieren Nashörner, Tiger, Wölfe, Elefanten, Adler und viele weitere Tierarten. Diese Welt ist wirklich schön gestaltet und grenzt sich deutlich von den Wüsten-, Dschungel- und Küstenlandschaften der Vorgänger ab.

Gameplay

In Far Cry 4 finden wir viele Elemente des Vorgängers wieder. Dies stört eigentlich nicht, denn vieles wurde überarbeitet, verbessert oder ergänzt und führt dazu, dass wir uns relativ schnell zu Recht finden.

Kleinere Änderungen gibt es beispielsweise bei der GUI, wo die Karte und die Anzeigen ringsherum nun quadratisch sind. Außerdem funktioniert das Navigationssystem auch auf unbekanntem Terrain. Weiterhin braucht ihr eure Spritzen nicht mehr selber herstellen, denn diese werden nun, sobald ihr die nötigen Ressourcen gesammelt habt, automatisch hergestellt. Darüber hinaus ist der Bereich „Herstellung“ etwas übersichtlicher gestalten worden.

Die Map ist wieder übersäht mit feindlichen Lagern, die wir einnehmen können, im Notfall aber auch verteidigen müssen, Glockentürme, die wir erklimmen müssen, um die Karte weiter aufzudecken (wie in Far Cry 3 die Radiotürme) und zahlreicher Orte und Höhlen die wir entdecken werden. Daneben sind wieder zahlreiche Nebenmissionen vorhanden, die unserer Meinung nach etwas spannender und abwechslungsreicher wie im Vorgänger sind.

Es gibt aber auch zahlreiche neue Sachen zu entdecken bzw. zu benutzen. So wurde beispielsweise die Fahrzeugpalette erweitert, sodass ihr nun beispielsweise mit Gyrokoptern, Rikschas, Luftkissenbooten oder Schneemobilen die Welt erkunden könnt. Selbst auf Elefanten können wir reiten und mit ihnen sogar Gegner eliminieren. Wenn wir dann doch vor einer hohen Felswand stehen und nicht weiter kommen, dann hilft uns noch der Kletterhaken, mit welchem wir an bestimmten Stellen den Berg erzwingen können. Bergab geht aber auch beispielsweise mit einem Wingsuit.

Wir reiten auf einem Elefanten!

Auch im Waffenarsenal hat sich einiges getan. Wir können nun zum Beispiel auch mit Mörsern, Armbrüsten oder mit Khukri, einer traditionellen Klinge, welche sich im Verlauf des Spiels weiterentwickelt, hantieren.

Zuletzt wurde der Map-Editor überarbeitet und erweitert.

Fähigkeiten – Der Tiger und der Elefant

Der Skillbaum ist im aktuellen Teil zwei geteilt. Auf der einen Seite den Tiger, wo wir hauptsächlich unsere Kampfskills vorantreiben, auf der anderen Seite den Elefanten, auf dessen Seite wir unsere Heil- und Sammelfähigkeiten trainieren.

Die Fähigkeiten – Tiger und Elefant

Coop und Multiplayer

Im Coop-Modus könnt ihr mit euren Freunden beispielsweise Missionen erfüllen, Außenposten einnehmen, Funktürme erobern und vieles mehr. Dazu steht die gesamte offene Welt zur Verfügung. Auch ein Multiplayer ist wieder vorhanden.

Far Cry 4

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Grafik und Sound

Wie bei dem Vorgänger, kommt auch bei Far Cry 4 die „Dunia Engine 2“ zum Einsatz. Gefühlt sieht alles ein wenig besser und vor allem die Spielwelt detaillierter aus, die Licht- und Schatteneffekte wirken intensiver. Zudem merkt man deutlich, dass an der Physik-Engine geschraubt wurde, denn alles wirkt nun dynamischer. Etwas nervig hingegen war ein Pixel-Flackern, was uns ab und zu in Texturen (meist in einer Mauer) aufgefallen war. Dieses kam zwar selten vor, war aber recht auffällig. Mit einem schwarz bleibenden Bildschirm beim Starten des Spiels mussten wir uns hingegen vieler anderer Nutzer, nicht herumschlagen.

Der Sound ist durchgängig gut: Angenehme Synchronsprecher, realistische Waffen-, Fahrzeug- und Umgebungsgeräusche und auch die Tierlaute wirken echt. Ansonsten ist der ebenso der Soundtrack und das Radio schön gestaltet und untermalen die Kultur und Landschaft von Kyrat.

Far Cry 4 Launch Trailer


YouTube Direkt

Unser Fazit

Wem Far Cry 3 gefallen hat, wird auch den Nachfolger mögen. Wir finden viel Bekanntes aus dem Vorgänger, was in eine neue Umgebung und Handlung eingebaut wurde, auch in dem vierten Teil der Serie wieder. Einerseits mag dies einige Spieler stören, andererseits wird auf ein bewährtes System gesetzt, dass nach wie vor sehr gut ist und um einige Elemente erweitert wurde.

Far Cry 4 ist unserer Meinung nach ein gelungenes Spiel, dass jede Menge Abwechslung und Spielspaß mit sich bringt.

Gesamtwertung: 90% – sehr gut

Positiv:

  • große, schöne Spielwelt
  • abwechslungsreiches Gameplay
  • gute Story
  • tolle Grafik
  • lange Spielzeit

Negativ:

  • kleinere Grafikbugs

Neutral

  • viele Gameplayelemente aus Far Cry 3

FarCry 4 ist bereits seit dem 18. November für PS4, Xbox One, PS3, Xbox 360 sowie PC erhältlich und hat eine Altersfreigabe ab 18 Jahren. Weitere Informationen gibt es auf far-cry.ubi.com