• Diablo III 28Mai

    Diablo III

Diablo III, das am 15. Mai auf dem Markt kam und der neueste Sproß aus dem Hause Blizzard ist, stellte 24 Stunden nach Verkaufsstart seinen ersten Rekord auf. Es wurde mit 6,4 Millionen verkauften Kopien zum am schnellsten verkauften Spiel aller Zeiten. Ob das Spiel diesem Hype gerecht ist werden wir in diesem Test näher beleuchten.

Diablo III wurde von vielen Spielern sehnsüchtig erwartet, aber auch die Kritik war für ein Spiel von Blizzard ungewohnt hoch. Zu den Hauptkritikpunkten zählten vor allem die „bunte“ Grafik sowie der Onlinezwang beim Solospielen. Auf diese Punkte komme ich später im Test noch zu sprechen.

 

 

Der Anfang

Man könnte sagen das der Start von Diablo III etwas holprig ablief. Grund dafür waren vor allem die überlasteten Login-Server, die ein Spielen unmöglich machten. Auch am folgenden Tag war ein spielen leider nicht möglich. Am dritten Tag lief endlich alles glatt und ich konnte damit beginnen, den Schergen zu Hölle dahin zu schicken wo sie hergekommen sind. Nach der Wahl seines Charakters, zur Auswahl stehen Barbar, Hexendoktor, Magier und Dämonenjäger, beginnt man in Akt 1 in gewohnter Manier.  Mein Hexendoktor kämpft sich durch Gegnerhorden und arbeitet Aufträge ab, die einem in Bekannter Hack and Slay Manier serviert werden. Dabei ist anzumerken, das der Schwierigkeitsgrad allgemein etwas geringer ausfällt als in Diablo II. Dies tritt vor allem in Akt 1 auf, wobei man nicht unerwähnt lassen sollte das die erste Hälfte des ersten Aktes als Tutorial anzusehen ist. Der Aktboss fordert einem schon mehr ab, ohne Movement wird man seine Probleme kriegen.

Ab Akt 2 steigt der Schwierigkeitsgrad, mein Hexendoktor musste jetzt auch mal fliehen und starb seinen ersten Tod. Allgemein steigt die Schwierigkeitskurve schön an und sollte niemanden in Verzweiflung bringen, aber schon etwas fordern. All diese Punkte treffen jedoch nur auf den Schwierigkeitsgrad „Normal“ zu, Albtraum ist deutlich härter zu knacken, von Hölle oder Inferno gar nicht zu reden. Die Geschichte wird sowohl in Rendersequenzen, die in gewohnter Blizzardmanier hervorragend gemacht sind, als auch durch Ingame-Szenen erzählt. Die Story ist dabei Interessant, wenn auch etwas vorhersehbar. Erstmals entwickelt sich auch eine Beziehung zu seinen Begleitern, da diese während der actionreichen Abenteuer immer wieder etwas über sich erzählen.

Diablo III

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Dauer

Pro Akt kann man auf dem Schwierigkeitsgrad Normal mit ungefähr vier Stunden rechnen die man pro Akt benötigt. Das ergibt eine Gesamtspieldauer von 16 Stunden, was schon nicht schlecht ist. Allerdings beginnt das Spiel ab dem Schwierigkeitsgrad Normal erst richtig. Der Wiederspielwert ist hoch, da erst in den höheren Schwierigkeitsgraden das Levelmaximum von 60 erreicht und gute Ausrüstung gefunden werden kann. Durch die Möglichkeit mit bis zu drei Freunden gemeinsam zu spielen wird einem auch nie Langweilig.

Grafik

Die als zu bunt gebrandmarkte Grafik ist meiner Meinung nach sehr stimmungsvoll und passt gut in das Diablo III Ambiente. Auch  die Animationen sind sehr stimmig und die Designs der Monster hervorragend und düster, auch wenn sich einige Spieler an WoW erinnert fühlen könnten. Dadurch das die Grafik nicht High-End ist, läuft sie auch auf älteren Systemen und Notebooks in hohen Einstellungen.

Spieler denen die Grafik zu bunt ist können im Netz nach Mod suchen, die das ganze etwas düsterer gestalten. Zu diesem Zeitpunkt werden diese Mods noch von Blizzard akzeptiert, wie Blizzard in Zukunft mit diesem Mods umgeht sollte jedoch verfolgt werden, da ein Verstoßen gegen die Richtlinien von Blizzard zu einer Sperre des Battlenet-Accounts führen kann.


 

Onlinezwang?

Der im Vorfeld viel kritisierte Onlinezwang ist ein zweischneidiges Schwert. Er hat seine Vorteile, aber man muss ganz klar sagen das die Nachteile im Moment überwiegen. Klar ist es schön wenn jederzeit Spieler aus meiner Freundesliste meinem Spiel beitreten können um im Coop die Monster zu legen. Klar ist eine Truhe für alle Charaktere die der Spieler hat schön (hatte schon Titan Quest ohne Onlinezwang) und natürlich ist es schön wenn Cheaten verhindert wir. Aber noch schöner ist es wenn ich spielen kann ohne ewig in einer Warteschleife zu hängen oder während des Spiels vom Server zu fliegen, um alle nicht gespeicherten Inhalte erneut erspielen zu müssen. Auch die häufigen Lags stören den Spielfluß und führen schnell zum Ableben des Charakters.

Spieler aus ländlichen Gegenden mit schlechter oder gar keiner Anbindung an das Internet müssen verzichten, auch das lockere Spielen während einer Zugfahrt fällt weg.

Diese Probleme hätte Blizzard verhindern können indem sie einfach auf das bekannte System aus Diablo II zurückgegriffen hätten. Dadurch hätten sie viele Wertungspunkte retten und Zweifler verstimmen lassen können

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Fazit

Diablo III ist Blizzard gut gelungen. Es ist kurzweilig und entfacht die selbe Sammelwut wie seinerzeit Diablo I oder II. Der Schwierigkeitsgrad passt und die Speicherpunkte sind fair gesetzt. Die Story ist interessant und verbindet die Akte miteinander, daran haben vor allem die sehr gut gemachten Zwischensequenzen ihren Anteil. Man kann Blizzard vorwerfen das sie nichts neues versucht haben und das Genre durch Diablo III sich nicht weiterentwickelt hat. Diablo III ist gute Kost, jedoch ohne Überraschungen. Einige der Sachen die neu und frisch gewesen sind, wurden leider im Vorfeld gestrichen. Auch die immer noch auftretenden Probleme durch den Onlinezwang trüben den Gesamteindruck sowie der recht hohe Preis von ca. 60 Euro. Alles in allem kann Diablo III jedem Fan empfohlen werden, auch Gelegenheitsspieler werden ihren Spaß haben. Gerade im Verbund mit Freunden entfaltet das Spiel seine Stärken. Als Schlussatz kann man sagen kein neuer Meilenstein. Was bleibt ist ein gutes Spiel.

Grafik: ✮✮✮✩✩
Sound: ✮✮✮✮✮
Gameplay: ✮✮✮✮✮
Story: ✮✮✮✮✩
Spielspaß: ✮✮✮✮✩

Gesamtbewertung:  89% – Gut